Der Große Preis der Stadt Braunau ging nach Deutschland Andreas Krieg brachte die Menge zum Jubeln

26.8.2013

Ranshofen – Der „1. Romantische Waldmarkt“, ein mit 23.500,- Euro dotiertes Weltranglistenspringen und zum Abschluss ein knallhartes PS-Duell „Pferd gegen Motorrad“. Das alles stand am Sonntagnachmittag beim „Horse & Garden“ in Ranshofen am Programm. Kein Wunder also, dass es sich das Ranshofner Publikum nicht nehmen ließ, dabei zu sein, um ihre Lokalmatadore lautstark anzufeuern, sie mit Applaus zu belohnen und zum krönenden Abschluss dann die Showeinlage bewundern zu können.

Bereits beim Großen Preis der Stadt Braunau, für den sich die besten 40 Reiterinnen und Reiter aus den beiden Vorrunden qualifizierten, erlebte man die Klasse der angereisten Arrivierten: Obwohl sich dieser 1,45 Meter hohe Parcours mit seinen 13 Hindernissen und 16 Sprüngen, technischen Linien und dem offenen Graben alles andere als leicht gestaltete, meisterten nicht weniger als 13 routinierte Jockeys den Grundumlauf fehlerfrei und zogen mit ihren respektablen Runden ins Stechen ein.

Hier stellte Nadine Steffen (SUI) als dritte Teilnehmerin die erste fehlerfreie Richtmarke auf. Im Sattel ihres imposanten Quick Star-Nachkommens “Royal Anthem” brauste die Schweizerin in der flinken Zeit von 48,38 Sekunden ins Ziel und wurde am Ende sogar mit einem Stockerlplatz prämiert. Nur zwei Starter später konnte sich der Routinier Andreas Brenner (GER) die Führung holen und sprang mit seiner erst achtjährigen Catoki-Stute „Cantan 13“ in 46,84 Sekunden auf den ersten Zwischenrang. Dieser sollte aber nicht lange halten, denn ihm folgte sein Landsmann Andreas Krieg (GER), der sich auf „Ayers Rock 19“, einem in Westfalen gezogenen Acorado-Sohn, von Beginn an ins Zeug legte, um die Bestzeit zu toppen. Das Risiko hat sich bezahlt gemacht: Seine fehlerfreien 46,69 Sekunden bedeuteten nicht nur den Führungswechsel, sondern schlussendlich auch den fulminanten Grand Prix Sieg, denn niemand der weiteren Stechreiter schaffte es, an dieses Ergebnis ranzukommen.

Dabei hatte das ruhmreiche Duo, das sich ja unter anderem auch schon in Boll oder Moorsele auszeichnen konnte, zweimal ordentlich zittern müssen: Sowohl Max Kühner als auch Helmut Schönstetter hätten die Zeit unterbieten können, kassierten jedoch einen Abwurf. Für den zweifachen Sieger der beiden nationalen S-Springen, Helmut Schönstetter, war es besonders bitter, denn ihm wurde am Weg zum Triumph der letzte Sprung zum Verhängnis.

Aus österreichischer Sicht trumpften wie schon am Eröffnungstag die Shooting-Stars des Jahres auf: Gerald Beck, Winzer aus dem Burgenland, und die erst seit kurzem in seinem Besitz stehende „Kuba 2“ glänzten im Grundparcours mit einem Nuller – dem übrigens einzigen rot-weiß-roten Nullfehlerritt – und bekamen leider im Stechen ebenfalls am Schlussoxer einen Abwurf, was aber die Freude über den siebenten Endrang und weitere Weltranglistenpunkte nicht schmälerte.

Hauchdünn den Einzug in die Entscheidung verpassten die beiden Salzburger Stefan Eder und Christian Juza. Der Championatssieger hatte mit „Chilli van Dijk NRW“ am offenen Wassergraben vier Fehlerpunkte zu verbuchen. Sein Vereinskollege musste zu Beginn der Runde am Einsprung der dreifachen Steil-Oxer-Oxer-Kombination einen Abwurf hinnehmen.