Talent Niklas Krieg macht erfahrenen Reitern Konkurrenz

24.11.2014

Talent Niklas Krieg macht erfahrenen Reitern Konkurrenz

Beim Reitturnier in Stuttgart hat sich Niklas Krieg mit den Besten des Springsports gemessen. Und dabei ganz nebenbei sein Idol Marcus Ehning geschlagen. Doch davon allein kann der junge Profi nicht leben.

Wenn Niklas Krieg von seinem großen Vorbild, Weltmeister und Mannschafts- Olympiasieger Marcus Ehning, spricht, dann leuchten die Augen des 20-Jährigen. „Wenn er reitet, sieht immer alles so locker und leicht aus. Er ist der Beste.“ Dabei ist doch eigentlich der junge Villinger der Durchstarter, der den alteingesessenen Spitzenreitern gerade mal richtig Konkurrenz macht. Bei den Stuttgart German Masters durfte Niklas Krieg erstmals in der so genannten Großen Tour starten, trat in direkte Konkurrenz zu Olympiasiegern und Weltmeistern. Die Kulisse in der Stuttgarter Schleyerhalle ließ den Badener kalt: Im Eröffnungsspringen landete der 20-Jährige aus Villingen auf seinem Top-Pferd Carella als Achter sogar vor seinem doppelt so alten und erfahrenen Idol (11.) Ehning.

Doch nicht nur Niklas Krieg, der mit 18 das Goldene Reitabzeichen erhielt, reitet oben mit, auch seine drei Jahre jüngere Schwester Leonie hat bereits ihre ersten Springen in der schweren Klasse gewonnen.

NIKLAS KRIEG DURCHBRICHT SCHWEIZER DOMINANZ

04.11.2014
NIKLAS KRIEG DURCHBRICHT SCHWEIZER DOMINANZ

m Deutschen Boll dominierten die Schweizer Reiter das Geschehen. Von 16 Springprüfungen gewannen sie deren zehn. Nur im Grossen Preis von Boll vermochten die Schweizer nicht ganz nach vorne zu reiten. Der Deutsche Niklas Krieg schaffte es auf Carella, die Konkurrenz auf Distanz zu halten und gewann den Höhepunkt auf atemberaubende Weise.

Beim Grossen Preis gingen 42 Reiterpaare an den Start. Der Initialparcours war schön und flüssig zu reiten. Etwas zu schön, wie es schien. Denn knapp die Hälfte der Gestarteten kam ohne Fehler ins Ziel. Umso mehr selektionierte dann der Stechparcours und es wurde auf den Abend hin noch einmal richtig spannend. Als Zweite startete die junge deutsche Amazone Leonie Krieg mit Champerlo und ritt als Erst​e einen fehlerfreien Umgang. Doch danach purzelten die Stangen immer wieder. Vor allem die Wendung auf die Zweierkombination schien es in sich zu haben. Einzig Theo Muff auf Saphyr des Lacs liess die Hoffnungen auf einen Schweizer Sieg für kurze Zeit aufflammen. Doch seine Zeit reichte nicht, um sich vor Leonie Krieg zu setzen. Nun schien der Bann gebrochen zu sein. Dabei war auch ein Schweizer Pferd erfolgreich: Copain du Perchet, welcher unter dem in der Schweiz lebenden Holl​än​der Edwin Smits in der Endabrechnung den dritten Rang belegte, setzte sich vor die bislang Füh​ren​den. Die Spannung stieg. War eine Steigerung noch drin? Beim Pferd des vorletzten Startenden, David Will, war der Name Programm: High Voltage verhiess Spannung pur. Und tatsächlich, Will liess mit seinen engen Wendungen Smits hinter sich. Als Letzter im Stechen ritt Niklas Krieg, Leonies Bruder, ein. Konnte er die verlorene, lange Führung seiner Schwester wieder zu​rück in die Familie holen? Die Zuschauer hielten den Atem an. Krieg nahm den Parcours souverän in Angriff, keine Stange klapperte, en​ge Wendungen, die Stangen blieben oben, der letzte Sprung, die Tripplebarre, auch diese kein Problem für das Paar, ein Blick zur Uhr und ein erlösender Jubelschrei ertönte durch die Halle. Der Gros​‐ se Preis von Boll hatte seinen verdienten Sieger: Niklas Krieg auf Carella.